Wie funktioniert ein Aussenfilter im Aquascape?

Ein Aussenfilter ist im Aquascaping mehr als nur ein Wasserreiniger – er ist ein zentrales Element des gesamten Systems. Er sorgt nicht nur für sauberes Wasser, sondern erzeugt die Strömung, die Pflanzen zum Wachsen brauchen, hält die Temperatur konstant und bleibt dabei völlig unsichtbar. Denn im Aquascape soll man die Technik nicht sehen – man soll die Natur sehen.

Nach 35 Jahren Aquaristik und vielen Naturaquarien kann ich dir sagen: Wer die Grundlagen der Filterung versteht, macht deutlich weniger Fehler und hat langfristig ein gesundes, prächtiges Aquascape. In diesem Ratgeber erkläre ich dir, wie ein Aussenfilter funktioniert, was die drei Filterstufen leisten und welche Besonderheiten das Aquascaping mit sich bringt.

Die drei Filterstufen: mechanisch, biologisch, chemisch

Oase Biomaster 350 Thermo Aussenfilter

Ein Aussenfilter arbeitet in drei Stufen – und jede davon übernimmt eine andere Aufgabe. Viele Einsteiger kennen nur die mechanische Filterung und wundern sich dann, warum das Wasser zwar klar, aber die Pflanzen trotzdem schlecht wachsen. Der eigentliche Schlüssel liegt im Zusammenspiel aller drei Stufen.

1. Mechanische Filterung

Hier werden Schmutzpartikel, Futterreste und Pflanzenteile aus dem Wasser gefischt. Im Aquascaping ist das besonders wichtig, weil organische Abbauprodukte den Stickstoffhaushalt belasten und damit dem gezielten Düngen entgegenwirken. Der Vorfilterkorb des Oase Biomaster ist hier ein grosser Vorteil: Er lässt sich wöchentlich in wenigen Minuten und ohne Öffnen des Hauptfilters reinigen.

2. Biologische Filterung

Nützliche Bakterien wandeln das giftige Ammoniak der Fische über Nitrit in das deutlich harmlosere Nitrat um. Im Aquascaping muss hier die Balance stimmen: Zu viel biologische Filterfläche kann dazu führen, dass zugegebene Dünger im Filter abgebaut werden, bevor sie die Pflanzen erreichen. Die Wahl der richtigen Filtermedien ist deshalb im Aquascaping anders als im klassischen Besatzbecken.

3. Chemische Filterung

Aktivkohle oder Harze binden gelöste Schadstoffe. Im Aquascaping setze ich chemische Medien nur gezielt ein – zum Beispiel nach einer Medikamentenbehandlung. Im Normalbetrieb haben chemische Medien im Naturaquarium keinen Platz, weil sie auch gewünschte Nährstoffe aus dem Wasser entfernen können.

Nährstoffe nicht wegfiltern – das Umdenken im Naturaquarium

In der Vergangenheit ist man bei der Filterung eines Aquariums immer vom Leitsatz „Viel hilft viel“ ausgegangen. Das funktioniert auch, wenn der Fokus auf vielen Fischen im Aquarium liegt und man am Ende des Tages möglichst wenig Nährstoffe im Aquariumwasser haben möchte. Ist dies jedoch nicht der Fall, wie beim Naturaquarium, müssen wir umdenken. Hier sind Nährstoffe (hauptsächlich Nitrate) genau das, was ihr Name aussagt – nämlich Nährstoffe und zwar für die Wasserpflanzen in deinem Aquascape. Wir geben sie sogar in Form von flüssigen Düngern hinzu; also sollten wir sie nicht gleichzeitig wieder herausfiltern. Einfach ausgedrückt kann man sagen, dass Fische Ammonium abgeben und Bakterien aus Ammonium Nitrit und dann Nitrat herstellen. Man nennt dies im Aquarium den Stickstoffkreislauf. Nun ist es wichtig, dass wir im Aquariumfilter keine sauerstoffarmen Zonen haben, denn darin wird von denselben Bakterien das Nitrat wieder abgebaut und steht dann den Aquarienpflanzen nicht mehr zur Verfügung.

Was einen Aussenfilter im Aquascape besonders macht

Im Aquascaping soll die Technik verschwinden. Ein Aussenfilter ist dafür die perfekte Lösung: Er steht im Unterschrank, ist nicht zu sehen, nicht zu hören – und er leistet gleichzeitig viel mehr als nur zu filtern.

Strömung für Pflanzenwachstum

Im Aquascaping wird der Filter bewusst grösser ausgelegt als in einem klassischen Becken. Nicht wegen des Besatzes, sondern wegen der Strömung: Pflanzen brauchen Wasserbewegung, damit Nährstoffe und CO₂ an die Blätter transportiert werden. Ein leistungsstarker Filter sorgt dafür, dass das ganze Becken gleichmässig durchströmt wird.

Integrierter Heizer = sauberes Layout

Die Thermo-Variante des Oase Biomaster hat einen Heizer direkt eingebaut. Im Aquarium ist damit kein Stabheizer mehr sichtbar – kein technisches Bauteil, das das sorgfältig gestaltete Bild des Aquascapes stört. Das Wasser wird direkt während der Filterpassage erwärmt, was auch zu einer konstanteren Temperatur führt.

CO₂-Diffusor direkt in die Zuleitung integrieren

Ein grosser Tipp für Aquascaper: Externe CO₂-Diffusoren können direkt in den Zulaufschlauch des Aussenfilters integriert werden. Das CO₂ wird dann über das Filterpumpen-System fein im Wasser verteilt, ohne dass ein Diffusor im Becken sichtbar ist. Noch weniger Technik im Blickfeld – noch sauberes Aquascape.

Ein- und Auslauf richtig platzieren: Ringströmung im Aquascape

Aquarium-Einläufe aus Edelstahl mit Silikonschläuchen

In der Regel platziere ich den Inflow und den Outflow vorn rechts oder links der Scheibe. Nun drehe ich den Auslass auf eine Seite und erreiche so eine Ringströmung. Diese Strömung ist perfekt, um die Nährstoffe und das im Wasser gelöste CO₂ an jede Stelle im Aquarium zu transportieren. Den Filterauslass und den Filtereinlass verbinde ich mit hochwertigen, blickdichten Silikonschläuchen mit dem Oase Biomaster Aussenfilter. Blickdichte Schläuche sorgen einfach dafür, dass ich nicht permanent die Schläuche reinigen muss – weil man ja den Schmodder nicht sieht. Allerdings reinige ich sie doch alle zwei Monate, um den gewünschten Durchfluss beizubehalten. Zudem verbaue ich für den einfachen Unterhalt noch zwei Absperrhähne. Letztlich sorgt einfaches und unkompliziertes Arbeiten dafür, dass die notwendige Wartung und der Unterhalt auch durchgeführt werden. Unterhalt ist ein Grundpfeiler eines funktionierenden Naturaquariums.

Wie oft du Vorfilter und Filtermedien reinigst, erkläre ich ausführlich im Ratgeber Filtermedien richtig befüllen.

Autor: Marcel Item | Mehr über den Autor

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