Filtermedien im Aquascape richtig befüllen – weniger ist oft mehr

Die Filtermedien-Frage ist im Aquascaping anders gestellt als in einem klassischen Besatzbecken. Es geht nicht darum, möglichst viel biologische Filterkapazität zu packen, die man kriegen kann. Es geht darum, das richtige Verhältnis zu finden – denn ein Filter mit zu grosser biologischer Oberfläche baut zugegebene Dünger ab, bevor sie die Pflanzen erreichen.

Ich befülle meine Filter nach einem einfachen Prinzip: natürliche Materialien, überschaubare Mengen, konsequente Pflege des Vorfilters. Das klingt simpel, macht aber tatsächlich den Unterschied zwischen einem Aquascape, das satt grün leuchtet, und einem, das trotz Düngung kümmert.

Die richtige Reihenfolge der Filtermedien

Das Wasser fliesst im Aussenfilter von unten nach oben. Das bedeutet: grobe Mechanik zuerst, dann feine Mechanik, dann biologische Medien. Chemische Medien kommen im Aquascape-Betrieb normalerweise gar nicht zum Einsatz.

Meine Befüllung von unten nach oben:

1. Unterste Stufe: lasse ich in der Regel leer – das gibt dem Wasser Raum und sorgt für eine gleichmässige Anströmung der darüberliegenden Medien.

2. Grobschwamm (PPI 20): erste mechanische Stufe, hält die gröbsten Partikel zurück.

3. Biologische Medien aus natürlichem Material: Lavagranulat, Basaltschotter oder ähnliche natürliche Träger. Bewusst keine synthetischen High-End-Medien mit maximaler Mikrofläche – das Verhältnis muss passen, damit Dünger nicht im Filter verschwindet.

4. Feinschwamm (PPI 30, optional): für kristallklares Wasser. Wird bei Bedarf gewechselt.

Wichtig bei der Befüllung generell: locker packen. Ein zu dicht gefüllter Filter erzeugt Staudruck, reduziert den Durchsatz und bildet Strömungskanäle – das Wasser sucht sich den Weg des geringsten Widerstands und umgeht die Medien. Locker gepackt mit guter Strömung durch alle Schichten hindurch ist das Ziel.

Welche Filtermedien ich empfehle – und warum natürlich

Biofiltermaterial mit poröser Oberfläche für Bakterien

Im Aquascaping setze ich ausschliesslich auf Filtermedien natürlichen Ursprungs und Filterschwämme. Keine Plastikkugeln, keine synthetischen Hochleistungsmedien mit Fantasieversprechen. Der Grund ist simpel: Ich will wissen, was in meinem Becken ist – und natürliche Materialien passen zur Philosophie der Naturaquaristik.

Warum nicht die grösste mögliche Filterfläche?

Das ist ein wichtiger Punkt, der im Aquascaping oft missverstanden wird. Ein biologisches Medium mit enormer Mikrooberfläche baut extrem effizient organische Verbindungen ab – auch die, die wir als Dünger gezielt zugegeben haben. Im Aquascape bedeutet das: Ein überdimensioniertes biologisches Filtervolumen kämpft gegen die Düngung an. Das Verhältnis muss stimmen.

Meine Empfehlung: Befülle den Filterkorb zu etwa einem Drittel mit biologischem Medium – und halte den Rest für mechanische Schwammstufen frei. Den Grossteil der Wasserreinigung übernehmen in einem gut bepflanzten Aquascape ohnehin die Pflanzen selbst.

Reinigungsintervalle: Vorfilter häufig, Biologie selten

Im Aquascaping sind die Reinigungsintervalle klar verteilt – und das ist einer der grossen Vorteile des Oase Biomaster-Systems.

Vorfilter: wöchentlich bis zweiwöchentlich

Das ist die Routine im Aquascaping-Alltag – und genau das Coole am Biomaster: Du nimmst den ganzen Vorfilter heraus, reinigst die Schwämme und setzt ihn wieder ein. Kein Werkzeug, kein Öffnen des Hauptfilters. In dicht bewachsenen Becken ist das keine Option, sondern Pflicht.

Biologisches Hauptmedium: alle 4–6 Monate

Die biologischen Medien werden nur bei spürbar reduziertem Durchfluss sanft mit Aquarienwasser gespült – niemals mit Leitungswasser. Vollständig ersetzen tue ich sie praktisch nie. Die Bakterienkultur ist das Wertvollste im Filter und soll leben, nicht bekämpft werden.

Feinschwamm-Pads werden nach Bedarf ersetzt – sobald sie stark verfärbt sind. Chemische Medien entfallen im Normalbetrieb komplett.

Autor: Marcel Item | Mehr über den Autor

← Zurück zur Übersicht