Ledstar Tyndall Beleuchtung über einem Aquascape

WRGB-Technologie erklärt: So funktioniert moderne Aquariumbeleuchtung

WRGB steht für Weiss, Rot, Grün und Blau: vier LED-Kanäle, die du einzeln dimmen kannst. So stellst du das Lichtspektrum gezielt auf deine Pflanzen und die gewünschte Optik ein.

Einfache LED-Leuchten haben ein festes Spektrum. Bei WRGB entscheidest du selbst, ob rote Pflanzen kräftiger leuchten oder Bodendecker kompakter wachsen sollen.

Hier erfährst du, was die vier Kanäle bewirken, was WRGB von einfachen LEDs unterscheidet und wie du das Spektrum einstellst.

Was bewirken die vier WRGB-Kanäle?

LED-Leuchte mit farbigen WRGB-Lichtkegeln

Jeder Kanal hat eine eigene Aufgabe:

  • Weiss: liefert die Grundhelligkeit und ein breites Spektrum. Er sorgt dafür, dass das Becken natürlich wirkt.
  • Rot (ca. 620–700 nm): wichtig für die Photosynthese und die Rotfärbung von Pflanzen wie Rotala oder Alternanthera.
  • Grün (ca. 500–570 nm): trägt wenig zum Wachstum bei, sorgt aber für eine natürliche Farbwiedergabe der grünen Pflanzen.
  • Blau (ca. 400–500 nm): fördert kompakten Wuchs und bremst das Längenwachstum, besonders bei Bodendeckern.

Warum vier Kanäle statt drei?

RGB-Leuchten mischen Weiss aus Rot, Grün und Blau. Das Licht wirkt dadurch oft kühl und künstlich. Der zusätzliche weisse Kanal macht das Licht natürlicher und verbessert die Farbwiedergabe deutlich. Manche Hersteller schreiben RGBW statt WRGB, gemeint ist dasselbe.

Was unterscheidet WRGB von einfachen LED-Leuchten?

Vergleich von WRGB-LED und herkömmlicher LED-Beleuchtung

Die drei gängigen Bauarten im Überblick:

  • Weisse LED: ein Kanal, feste Farbtemperatur, kaum Anpassung. Für einfache Becken mit robusten Pflanzen ausreichend.
  • RGB-LED: drei Farbkanäle und Farbeffekte, die Grundbeleuchtung wirkt aber oft künstlich.
  • WRGB-LED: vier unabhängige Kanäle, natürliche Farbwiedergabe und einstellbare Tagesabläufe.

Die Farbwiedergabe misst der CRI-Wert (Color Rendering Index). Je höher er ist, desto natürlicher wirken Pflanzen und Fische. WRGB-Leuchten erreichen hier deutlich höhere Werte als einfache LEDs.

Die Ledstar Leuchten arbeiten mit vier Kanälen und einer einstellbaren Farbtemperatur von 3000 bis 18'000 Kelvin. Gesteuert werden sie über die AQ Star App. Nach der Einrichtung behält die Leuchte ihr Programm auch dann, wenn du die App wieder löschst. Die X Ultra hat zusätzlich Far-Red-LEDs, die laut Hersteller die Pflanzen am Abend schneller in die Ruhephase versetzen.

Wie stellst du das WRGB-Spektrum richtig ein?

Smartphone mit Ledstar-App vor einem bepflanzten Aquarium

Für die meisten Aquascapes funktioniert ein ausgewogenes Spektrum bereits sehr gut. Die App bietet dazu voreingestellte Programme je nach Aquariumtyp. Danach kannst du gezielt feinjustieren:

  • Grüne Bodendecker wie HC Cuba oder Glossostigma: etwas mehr Blau für kompakten, dichten Wuchs.
  • Rote Stängelpflanzen wie Rotala oder Alternanthera: etwas mehr Rot für kräftigere Farben. Voraussetzung sind genug CO₂ und Eisen.
  • Aufsitzerpflanzen wie Anubias oder Bucephalandra: ausgewogenes Spektrum mit geringerer Gesamthelligkeit.

Anpassen bei Problemen

  • Algen: Gesamthelligkeit um 20 bis 30 Prozent senken und die Beleuchtung auf 6 Stunden kürzen.
  • Pflanzen wachsen lang und dünn: Blau leicht erhöhen.
  • Rote Pflanzen werden grün: Rot leicht erhöhen und die Nährstoffe prüfen, besonders Eisen.

Mehr zur Nährstoffversorgung liest du in Warum brauchen Aquarienpflanzen Dünger?.

Mein Tipp: Ändere immer nur einen Kanal auf einmal und warte zwei bis drei Wochen. Erst am neuen Austrieb siehst du, ob die Änderung gewirkt hat.

Passend dazu: Die Grundlagen zu Lichtstärke und Dauer findest du in Aquarium-Beleuchtung: Grundlagen, welche Pflanzen wie viel Licht brauchen, in Die richtige Beleuchtung für Aquarienpflanzen, und worin sich günstige und hochwertige Leuchten unterscheiden, im Vergleich der Aquariumbeleuchtung.

Autor: Marcel Item | Mehr über den Autor

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